Fünf Nationen in zwei Tagen

Da bin ich wieder. Meine Fresse, was für eine Ochsentour! Letzte Woche Donnerstag bin ich also in die Türkei, genauer gesagt, nach Istanbul, geflogen. Flug war okay. Durch diese dumme easyJet Sache traue ich Billig Airlines nicht mehr wirklich, aber Onur Airlines haben ihre Sache sehr ordentlich gemacht und mich fast auf die Minute genau abgeliefert. Chapeau!

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Von Istanbul war es dann ein wenig mühsam, nach Adapazari zu gelangen. Ich hab mir ein Taxi gegönnt, das mich zum Busbahnhof gebracht hat. Die Fischsandwiches, die ich mir ursprünglich bei der Galatabrücke im Zentrum reinknallen wollte, habe ich kurzerhand gestrichen. Hätte einfach zu viel Zeit gekostet. Dann ein Busticket gekauft, einen Toast gefuttert und einen Tee getrunken und darauf gewartet, dass es losgeht.

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Stunden später war ich dann endlich am Ziel, bei meinen Eltern und konnte schon mal beginnen, mich seelisch auf die Rückreise einzustellen. Davor noch einige Verwandte gesehen, viel gegessen und viel getrunken. Wie man das halt in der Türkei so macht.

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Samstag morgen dann das Auto beladen und auf ging’s! Dummerweise hatte ich nicht bedacht, dass gerade Opferfest, eines der beiden wichtigsten moslemischen Feiertage, stattfindet, die Fahrtzeit nach Istanbul betrug also aufgrund massiv hohem Verkehraufkommens locker das doppelte der üblichen Zeit. Dann auch noch fetten Stau erwischt. Eh klar. Scheißdreck.

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Irgendwann waren wir dann endlich imstande, den Bosporus zu passieren und Vollgas, das sind bei dem 99’er Opel Corsa meiner Eltern geschätzte 75 km/h, Richtung Kapikule, das ist der Grenzübergang in Edirne, zu düsen.

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Einmal an der Grenze, steht einem der größte Tritt in die Eier bevor: Bulgarien. Wer mich kennt, weiß, wie ich zu diesem Land stehe. Kurioserweise muss ich gestehen, dass unsere diesjährige Reise durch dieses Land keine besonderen Überraschungen für uns parat hielt. Ich hatte sogar den Eindruck, dass manche Passagen der Strecke erst kürzlich modernisiert worden sind, generell machte alles einen weitaus brauchbareren Eindruck, als dies letztes Jahr der Fall war. Es gab sogar Schilder! Und auch die Autobahn war in eindeutig besserem Zustand als das letzte mal. Verrückt!

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Sicherheitshalber hatte ich extra mein Navigationsgerät aus Wien mitgenommen. Kein Fehler, wie sich herausgestellt hatte. Denn selbst mit einem Navi ist es ein Leichtes, sich in diesem Land zu verfahren. Naja. Irgendwann erreichten wir dann endlich Serbien, das, bis auf Toiletten, die nicht funktionierten, kaum Nennenswertes zu bieten hatte.

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An der ungarischen Grenze angekommen, waren meine größten Befürchtungen, dass es aufgrund der ganzen Flüchtlings-Geschichte zu einem längeren Aufenthalt kommen könnte. Tatsächlich konnten wir die Grenzbeamten dann auch dabei beobachten, wie sie jedes passierende Fahrzeug gründlichst durchsuchten, ehe man weiterfahren durfte. Das Ganze dauerte in etwa eine Stunde, dann konnten wir endlich Richtung Österreich brausen.

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Und dann, nach knapp 30 Stunden Reisezeit, waren wir endlich daheim. Ziemlich müde, aber auch ziemlich glücklich, dass alles geklappt hat und wir unterwegs nicht aufgehalten wurden. Wer noch nie einen derartigen Roadtrip gemacht hat, dem sei gesagt: lass die Finger davon. Außer natürlich, man hat eine geile Karre, die einen auch in einem entsprechenden Tempo voranbringt. Mit 55PS unter der Haube und bis unters Dach mit lauter Zeugs beladen, macht das einfach keinen Spaß.

Immerhin habe ich dafür gesorgt, dass meine Eltern (und ich) in einem Stück daheim angekommen sind. Die nächsten Tage werde ich dem einen oder andern ausgiebigen Schläfchen widmen, ehe es wieder zurück zur Tagesordnung geht.

Und nächstes Jahr… nun, was ich meinem Vater angedroht habe, sollte er nächstes Jahr erneut auf die dumme Idee kommen, selber mit dem Auto fahren zu wollen, werde ich hier posten, sofern es dazu kommt. Dürfte lustig werden. Hoffen wir, dass es sein lässt.

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